Salzsäure (HCl) — Chemische Beständigkeit
Salzsäure ist eine der am häufigsten eingesetzten anorganischen Säuren in der Industrie. Aufgrund ihrer hohen Reaktivität stellt sie extreme Anforderungen an die chemische Beständigkeit von Dichtungssystemen.
Technische Charakteristik
Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure) ist eine wässrige Lösung von gasförmigem Chlorwasserstoff. In industriellen Anwendungen tritt sie meist in Konzentrationen bis zu 37 % auf.
Hauptherausforderungen für Dichtungen:
- Korrosivität: Aggressiver Angriff auf metallische Gehäuseteile und Bewehrungen.
- Permeation: Kleinstmolekulare Diffusion durch PTFE-Modifikationen.
- Temperaturabhängigkeit: Massive Zunahme der Reaktivität bei steigender Temperatur.
Werkstoff-Empfehlungen
| Werkstoff | Beständigkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| FFKM | Exzellent | Bevorzugt bei hohen Konzentrationen und Temperaturen. |
| FKM | Gut bis Sehr Gut | Ausreichend bei niedrigeren Konzentrationen (< 20%). |
| PTFE | Exzellent | Chemisch nahezu universell beständig, aber Kaltfluss beachten. |
| EPDM | Bedingt | Nur bei niedrigen Konzentrationen und Raumtemperatur. |
Auslegungshinweise
Bei der Vorqualifizierung für Salzsäure-Anwendungen müssen neben dem reinen Medium auch eventuelle Verunreinigungen (z.B. Eisenchlorid) und die exakte Konzentration berücksichtigt werden.
Warnung: Bei Konzentrationen über 30% und Temperaturen über 80°C ist eine detaillierte technische Prüfung zwingend erforderlich.
Nutzen Sie SeaLAI, um Ihre spezifische Anwendung (Druck, Temperatur, Geometrie) fachlich einzuordnen.
Eigenen Dichtungsfall klären
Nutze diese Einordnung als Startpunkt für deinen konkreten Fall. sealingAI zeigt, was bekannt ist und was noch fehlt.